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Merkblatt über sympathisierende Minderheiten in Polen
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<BR> Abschrift
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<BR>Oberkommando des Heeres Berlin, den 20.8.1939
<BR><u> 6. Abt. (II) Gen St d H</u>
<BR>Nr. 1540/39 g.Kdos.
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<BR>In der Anlage geht ein Merkblatt über deutsche und andere Minder-
<BR>heiten zu, das der Truppe baldmöglichst, frühestens am Abend vor
<BR>dem Einmarsch, bekanntzugeben ist.
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<BR> gez.Unterschrift
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<BR>Verteiler:
<BR>Heeresgruppenkommando 1,3,4,5,6.
<BR>Generalkommando I.A.K.
<BR>Generalkommando VIII.A.K.
<BR>(für Oberstlt. i. G. Frhr.
<BR> von Hanstein)
<BR>Gen. Lt. von Manstein
<BR>OKW / A Ausl / Abw
<BR>Gen St d H 1. Abt.
<BR> 6. Abt.
<BR> 12. Abt
<BR>Entwurf
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<BR> Abschrift
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<BR> M e r k b l a t t
<BR> zur
<BR>Bekanntgabe an die gegen Polen eingesetzte Truppen.
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<BR>1.) In Polen leben neben reinen Polen in verschidenen Gebieten noch
<BR> deutsche Minderheiten und andere Volksgruppen mit nichtdeut-
<BR> scher Sprache, die aber mit den Deutschen sympathisieren.
<BR> Insbesondere im teschener Land (Olsa Gebiet) ist die slonsakische
<BR> Volksgruppe durchaus deutsch eingestellt, obwohl die deutsche
<BR> Sprache großenteils nicht beherrscht wird.
<BR> Auch die Kaschuben im nördlichen Teil des Korridors ( von Danzig
<BR> südwärts bis fast nach Dirschau), die einen slawisch vermischten
<BR> Dialekt sprechen, sind als deutschfreundlich anzusehen und dem-
<BR> entsprechend zu behandeln.
<BR>2.) Die deutschen und anderen Volksgruppen wollen sich von dem
<BR> polnischen Joch befreien und werden den Kampf der deutschen
<BR> Wehrmacht unterstützen.
<BR>3.) Insbesondere werden die Deutschstämmigen, die durch den Ver-
<BR> sailler Vertrag von ihrer Heimat losgerissen sind, gewillt sein, der
<BR> deutschen Wehrmacht zum Siege zu verhelfen, um wieder in ihre
<BR> alte Heimat zurückzukehren. Dies wird voraussichtlich folgender-
<BR> maßen geschehen:
<BR> a) Die deutschstämmigen Reservisten werden versuchen, sich der
<BR> polnischen Einberufung zu entziehen und zur deutschen Wehr-
<BR> macht überzutreten. Ebenso werden viele Reservisten der
<BR> anderen Volksgruppen handeln.
<BR> b) Die in der polnischen Armee aktiv dienenden Angehörigen der
<BR> Minderheiten werden zum großen Teil versuchen, mit ihrer
<BR> Ausrüstung und Bewaffnung den Anschluß an die deutsche
<BR> Wehrmacht zu gewinnen.
<BR> c) Ferner kann es möglich sein, daß die deutschen Minderheiten
<BR> und andere Volksgruppen den Kampf des deutschen Heeres
<BR> unterstützen durch: Freimachen von Straßen für den Vor-
<BR> marsch der deutschen Truppen, Verhinderung von Brücken-
<BR> und Straßensprengungen durch die Polen, Kleinkrieg im
<BR> Rücken des Feindes wie z.B. Störung der rückwärtigen pol-
<BR> nischen Verbindungen. Diese aktiv kämpfenden Teile der
<BR> Volksdeutschen und anderer Volksgruppen werden unter allen
<BR> Umständen versuchen, sich den deutschen Truppen durch Zei-
<BR> gen von Erkennungszeichen und Losungsworten zu erkennen
<BR> zu geben.
<BR>4.) Diese Erkennungsmarken sind:
<BR> a) rotes Tuch mit großem gelbem Punkt in der Mitte, teilweise in
<BR> Taschentuchgröße,
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<BR> [farbiges Beispiel]
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<BR> b) hellblaue Armbinde mit gelbem Punkt in der Mitte,
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<BR> [farbiges Beispiel]
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<BR> c) hellbraun-grauer Kombinationsanzug mit gelber Granate auf
<BR> Kragenspiegel und auf linkem Ärmel.
<BR> d) als Stichwort für Sämtliche: (deutsch, polnisch, ukrainisch,
<BR> russisch und tschechisch)
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<BR> " E c h o "
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<BR> (überall gleich ausgesprochen wie geschrieben)
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<BR>5.) Demgemäß ist das Verhalten des Gegners daraufhin zu beobach-
<BR> ten, ob die verabredeten Erkennungszeichen auftreten oder son-
<BR> stige Anzeichen darauf hinweisen, daß bei dem gegenüberliegenden
<BR> Gegner Angehörige der Minderheiten zur Aufgabe des Kampfes
<BR> gewillt sind.
<BR>6.) Es muß damit gerechnet werden, daß sich nicht alle Deutsch-
<BR> stämmigen und Angehörigen anderer Volksgruppen der Wehr-
<BR> pflicht entziehen können. Einzelne Angehörige dieser Gruppen
<BR> werden sicher auch aus besonderen Gründen in der polnischen
<BR> Armee bleiben.
<BR>7.) a) Die Angehörigen der Minderheiten, die sich der Wehrpflicht
<BR> entziehen oder im Kampf gefangengenommen werden, sind
<BR> nach Möglichkeit sofort von Soldaten rein polnischer Natio-
<BR> nalität zu trennen und zunächst wie Kriegsgefangene zu be-
<BR> handeln.
<BR> b) Angehörige von Minderheiten, die für uns kämpfen (vgl.
<BR> Ziffer 4), sind gesondert zu behandeln und dem zuständigen
<BR> Ic/AO der Gen.Kdos. zuzuführen. Die Waffen und anderen
<BR> Kampfmittel dieser Leute sind gesondert zu sammeln.
<BR> c) Die Ic/AO der A.O.K. und Gen.Kdos. und die Ic der Divisio-
<BR> nen erhalten zu a) und b) besondere Anweisung von Abw.
<BR> Abt. II.
<BR>8.) Es muß damit gerechnet werden, daß die Polen, deren Charakter
<BR> sich durch Grausamkeit und Verschlagenheit auszeichnet, die deut-
<BR> schen Truppen täuschen werden durch Anwendung von Maß-
<BR> nahmen, die auch die Deutschstämmigen anwenden.
<BR>9.) Alle Wehrmachtsangehörigen sind zu belehren, daß sie an zahl-
<BR> reichen Stellen rein deutsches Gebiet mit überwiegend deutscher
<BR> Bevölkerung betreten. Ihr Auftreten muß dem entsprechen. Von
<BR> der Haltung jedes einzelnen wird es abhängen, ob die deutsch-
<BR> stämmige Bevölkerung die Rückgliederung alter deutscher Land-
<BR> striche an das Großdeutsche Reich freudig begrüßt.
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<BR>źródło: BA-MA, OKW/1129, Bl. 172/616-617.
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<BR>Uffffff - chyba starczy ?<BR><BR><font size=-1>[ Ta wiadomość została zmieniona przez: zbV dnia 2003-07-07 17:14 ]</font>
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